TIRSCHENREUTH. Zwei Motorsegler, ein Hubschrauber und ein Gyrokopter waren am Sonntag unermüdlich im Einsatz: Ganz Tirschenreuth, so schien es, wollte bei Rundflügen in den wunderschön blauen Sommerhimmel aufsteigen. Das Flugplatzfest am Wochenende ist Tradition. Man will dabei nicht nur der Bevölkerung etwas bieten, sondern auch Werbung machen für das Hobby Fliegen.

80 aktive Mitglieder hat der im Jahr 1951 gegründete Verein heute, so Pressesprecherin Alexandra Ritz. Die 28-Jährige fliegt selber seit ihrem 15. Lebensjahr und ist das einzige aktive weibliche Mitglied im Verein. Um der Abwanderung aus der Region entgegen zu wirken, forciert der Verein jetzt die Werbung für das Hobby. Neben den Flugtagen gehört das Schnupperfliegen dazu, bei dem man für 50 Euro fünf Starts mit dem vereinseigenen Motorsegler sowie einen 20-minütigen Flug machen kann, um herauszufinden, ob einem die Fliegerei liegt.

Der Verein bewirbt sie als "perfekte Mischung aus Team- und Einzelsport". Gerade beim Segelfliegen ist bei jedem Start ein ganzes Team nötig aus Flugleiter, Windefahrer, Starthelfer und Seilrückholer. Erst oben in der Luft, ist der Flieger allein mit sich und dem Himmel. Wer bereit ist, die Sommerwochenenden auf dem Flugplatz zu verbringen, der kann einer Ausbildung zum Segelflieger entgegen sehen.


Schon mit 14 Jahren kann man sie beginnen, mit 16 Jahren bekommt man frühestens die Lizenz. Neben der Segelfluglizenz kann man auch den Ultraleichtflieger machen. Wer die Segelfluglizenz hat, kann andererseits eine Fortbildung zum Ultraleichtflieger oder zum Motorsegler machen. Der Verein hat fünf ehrenamtliche Fluglehrer, deshalb ist die Ausbildung wesentlich billiger als bei einer Flugschule. Mitbringen braucht man nichts außer einer gewissen Fitness.

Die Ausbildung gliedert sich in Theorie und Praxis. Mit dem richtigen Flieger werden 70 Starts und Landungen im Doppelsitzer mit Fluglehrer geübt. Dann darf der Schüler auch im Einsitzer selber fliegen. Die theoretische Prüfung umfasst sieben Fächer: Meteorologie, Navigation, Aerodynamik, Technik, Verhalten in besonderen Fällen, menschliches Leistungsvermögen und Luftrecht. Dazu kommt das Sprechfunkzeugnis "BZF II". Zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung. Deshalb verteilen sich auch die Kosten. "Zusammen mit den einmaligen Prüfungsgebühren belaufen sich die Gesamtkosten bis zum Segelflugschein auf etwa 1000 bis 1500 Euro." Später fällt nur noch der Vereinsbeitrag von je nach Alter und Fluggerät zwischen 125 und 275 Euro an sowie die Gebühren für Starts und Flugminuten. "Dann kostet ein Jahr Segelfliegen meist weniger als eine Woche Skiurlaub", macht Alexandra Ritz Mut. Um die Lizenz zu erhalten, muss der Pilot mindestens 25 Starts in den vergangenen zwei Jahren nachweisen. Mehrere Hundert Kilometer sind drin, wenn man geschickt die Thermik nutzt, jene Winde, die der Segelflieger auch "Bart" nennt. Und nach der "Außenlandung" irgendwo im Kornfeld macht sich wieder die Mitgliedschaft im Verein bezahlt: Ein Anruf genügt, und die Kameraden holen einen samt Flugzeug ab und bringen einen wieder nach Tirschenreuth.

Quelle: OWZ

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