In den Monaten März und April 1978 wurde durch die Kameradin Edith Dornhöfer und den Kameraden Wolfgang Giesecke ein Funksprechlehrgang durchgeführt. Die fünf Kursteilnehmer haben alle die Prüfung bei der Deutschen Post bestanden. Dies war ein großer Erfolg für den Verein.
Während der Jahreshauptversammlung am 24. Mai 1978 konnte durch den 1. Vorsitzenden der 1. Bürgermeister Wolfrum, der 2. Bürgermeister Bayer, sowie die Herren Reber und Beer von der Stadtverwaltung im Kreise der Segelflieger begrüßt werden.

909 Starts wurden mit den Segelflugzeugen mit 414 Flugstunden durchgeführt. 434 Starts mit 192 Stunden entfielen auf den Motorsegler. Karl Ziegler flog am 3. Juni sein zweites 500-er Dreieck und am 23. Juli noch ein 400-er.

Dies, obwohl 1978 ein wettermäßig schlechtes Jahr war. In den Wintermonaten 1978/1979 wurde die Rhönlerche durch den Verein grundüberholt. Damit konnten ca. 4000,00 DM gespart werden.


"Cheffluglehrer" Willi Venzl mit der strahlenden Rhönlerche.

Am 30. April 1980 waren 39 aktive und 57 passive Mitglieder im Verein gemeldet. Es konnten 763 Windenstarts mit 355 Stunden und 431 Motorseglerstarts mit 169 Stunden geflogen werden. Josef Schels jr. führte seinen ersten Alleinflug durch.

Das Problem der Starkstromleitung, das beinahe den Flugplatz gekostet hätte, war nun bereinigt. Durch die besondere Unterstützung des Luftamts Nordbayern, das um den Erhalt der kleinen Flugplätze bemüht ist, und der Aufgeschlossenheit der OBAG, sowie der Stadt Tirschenreuth, gelang es, das Gelände zu erhalten.

Während einer Vorstandssitzung am 14. Januar 1980 wurden sämtliche Punkte der Verlängerung und Neufassung der Genehmigung für das Segelfluggelände "Im unteren Stadtteich" vom 19. Dezember 1979 der Regierung Mittelfranken - Luftamt Nordbayern - durchgesprochen. In verschiedenen Punkten wurde der 1. Vorsitzende durch die Vorstandschaft beauftragt, an das Luftamt Nordbayern sowie die OBAG, Weiden, schriftlich die Änderung des Bescheides zu beantragen.

Die Mitgliederzahl betrug am 30. April 1980 38 Aktive und 55 Passive.
Es wurden 842 Windenstarts mit den vereinseigenen Segelflugzeugen durchgeführt. Mit dem Motorsegler wurde 447 mal gestartet. Erfolgreich kehrten unsere Piloten von der Oberpfalzmeisterschaft in Weiden zurück. Kamerad Giesecke belegte den 1. Platz in der Standardklasse, Meierl J. den 1. Platz in der Clubklasse und Kamerad Prockl den 3. Platz in der Clubklasse. Somit waren Giesecke und Meierl J. für die Bayerische Meisterschaft qualifiziert.

Durch das Platzproblem konnte in der Saison 1981 mit den Segelflugzeugen nicht "Im Unteren Stadtteich" geflogen werden. Der AERO - CLUB Erbendorf hatte uns in kameradschaftlicher Weise aufgenommen und uns damit das Fliegen auch in diesem Jahr ermöglicht.

So konnten in diesem fliegerisch schlechtesten Jahr seit Bestehen des Vereins, 524 Segler- und Motorseglerstarts in Erbendorf - durchgeführt werden. Im "Unteren Stadtteich", unserem Segelfluggelände waren lediglich 128 Motorseglerstarts möglich.

Trotz all dieser widrigen Umstände flogen 39 Mitglieder aktiv weiter. 54 Mitglieder waren passiv gemeldet. Außerdem unterhielt der Verein eine Jugendgruppe von 8 Jugendlichen.

Während der Jahreshauptversammlung am 23. Januar 1982, im "Grünen Zimmer" des Kettelerhauses dankte der 1. Vorsitzende Dr. Ferdinand Nickl nochmals recht herzlich den Kameraden des AERO - CLUB Erbendorf für ihre Hilfsbereitschaft und Unterstützung. Unser hochverehrter 1. Vorsitzender Herr Notar Dr. Ferdinand Nickl ("Boss") kandidierte in dieser Versammlung nicht mehr.

Er übergab sein Amt unter anderem mit folgenden Worten: "Ich habe Ihnen bereits bei der letzten Wahl vor 3 Jahren gesagt, dass das meine letzte Periode als 1. Vorsitzender sein wird. Ich werde heuer 69 Jahre alt und ich glaube, sie haben alle Verständnis dafür, dass der Mensch einmal aufhören muss. Ich habe vor eineinhalb Jahren auch beruflich aufgehört und wenn man einmal an die 70 geht, praktisch dann ins letzte Jahrzehnt seines Lebens eintritt, wird es höchste Zeit, jüngeren Menschen das Heft zu übergeben. So soll es heute auch sein. Wir werden Ihnen Vorschläge machen.

Eines möchte ich der neuen Vorstandschaft noch sagen: Wir sind ein schwieriger Club. Die Verantwortung der Vorstandschaft ist im Vergleich zu anderen Vereinen eine viel, viel größere. Wir haben gesetzliche Bestimmungen zu beachten, von denen sich ein Außenstehender kaum eine Vorstellung machen kann. Die Vorstandschaft steht praktisch mit einem Fuß immer halb im Gefängnis. Es ist nicht mehr so wie vor 30 Jahren. Wir stehen unter einer totalen Aufsicht des Luftamts. Es muss alles bis auf das Letzte klappen und stimmen. Beachten sie alle Vorschriften, dann kann auch nach menschlichem Ermessen nicht all zu viel oder gar nichts passieren. Wir sind 31 Jahre lang ohne einen Unfall mit schwerem Personenschaden geflogen. Es sind einige Schäden vorgekommen, vor allen Dingen in materieller Hinsicht mit den Flugzeugen, aber das lässt sich alles reparieren.

Ich darf sie deshalb bitten: Sind Sie auch weiterhin so aktiv und unterstützen Sie die neue Vorstandschaft nach besten Kräften. Zum Schluss möchte ich meinen Vorstandsmitgliedern für die außerordentlich gute Zusammenarbeit und für die in der Vergangenheit geleisteten Arbeiten recht herzlich danken".
Ausbildungsleiter Willi Venzl bezeichnete diese Versammlung als eine vorgezogene, schicksalhafte Generalversammlung im Hinblick auf die Platzsituation und gab einen umfassenden Rückblick auf die Entwicklung des Flugsports in Tirschenreuth.

Diese Erinnerungen sind in dieser Chronik festgehalten. Er endete mit der Feststellung, daß alles, was im Verein geschaffen worden ist, nur durch die Kameradschaft und die ausgezeichnete Vereinsführung möglich war. Damit verband er seinen herzlichsten Dank an den 1. Vorsitzenden Dr. Ferdinand Nickl.

Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis:
1. Vorsitzender Herr Hermann Feistenauer
2. Vorsitzender Herr Hans-Georg Schulze
Schriftführer Frau Christl Gleißner
Kassenwart Herr Alfred Mehler
Ausbildungsleiter Herr Willi Venzl
Tech. Leiter Herr Hermann Feistenauer
Jugendleiter Herr Josef Sittl


Anschließend ergriff der neu gewählte 1. Vorsitzende Hermann Feistenauer das Wort. "Ich danke der Versammlung für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Es ist wichtig, dass jeder mitarbeitet und ich erwarte daher Eure Unterstützung und Bereitschaft. Ich mache eine Wallfahrt nach Altötting, wenn wir in Tirschenreuth wieder fliegen können. Meine Hauptaufgabe sehe ich in der Änderung der Altersstruktur zugunsten der Jugend. Auch soll mehr Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, damit wieder mehr junge Leute zum Verein kommen.

Das abgelaufene Jahr hat gezeigt, wie stark der Verein unter der Zwangspause leidet und wie schnell technisches Gerät und Inventar vergammelt. Auch das Vereinsleben leidet darunter. Ich selbst beabsichtige, den Verein unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Gesichtspunkte zu führen. Eine weitere, wichtige Aufgabe sehe ich in der Förderung der Passagierfliegerei, denn nur sie kann den Verein vor den roten Zahlen retten. Nur eine gute Zusammenarbeit aller Mitglieder kann es ermöglichen, dass unser geliebter Sport erhalten und auch ausgeführt werden kann.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit der alten Vorstandschaft für die in der Vergangenheit geleisteten Arbeiten recht herzlich danken. Meinem Vorgänger, Dr. Ferdinand Nickl, gilt mein besonderer Dank. Ich kann es nicht in Worten ausdrücken, für das zu danken, was Du für den Verein geleistet hast. Der Name "Boss" ist für uns ein ganz besonderer Begriff. Er drückt unsere Hochachtung Dir gegenüber aus. Er ist nicht nur in unserem Verein und in Tirschenreuth bekannt, sondern ich glaube in der ganzen bayerischen Fliegerwelt. Er drückt für uns alle die Leistung und Vitalität aus, mit der Du den Verein geführt und zu seiner Größe und seinem Wert gebracht hast. Dieser Verein ist Dein Werk".

Am 31. 12. 1982 hatten wir 39 aktive Mitglieder, davon waren 6 Jugendliche und Schüler. 52 waren als passive Mitglieder gemeldet. Wieder wurde die gesamte Flugsaison in Erbendorf geflogen. 532 Starts, davon 58 Flugzeugschlepps kamen zusammen.

In den Wintermonaten 1982 auf 1983 wurde die Ka 6 grundüberholt und der Motorsegler bekam einen neuen Motor eingebaut.