Ein "Spatz 55" wurde bestellt. Eigentlich wollte der Selber Verein einen für den SFC bauen. Nachdem das aber zu lange dauerte und die Selber Kameraden auch keinen Platz zum Fliegen hatten, stellten sie ihren "Spatz" bis zur Fertigstellung des bestellten Flugzeuges freundlicherweise zur Verfügung. Fliegerisch ging es immer weiter aufwärts. Flugbeginn 1958 war der 4. Mai.

Am 22. Juni 1958 erfolgte einer der ersten Starts des Selber L-Spatz mit Robert Lochner am Steuer im "Unteren Stadtteich".

Vom 11. August bis 16. August 1958 veranstaltete der Segelflug-Club Stiftland sein erstes Fliegerlager in Tirschenreuth, an welchem Robert Lochner mit einer Mü 13 D, einem Einsitzer(Vorläufer der Mü 13 E) teilnahm. Dieses Flugzeug wurde in Prien am Chiemsee von 10 Alten Herren der Akaflieg München, zu denen auch unser Fliegerkamerad Robert Lochner gehörte, gebaut.

Etwas später erfolgte die feierliche Flugzeugtaufe des neuen, vereinseigenen Spatzen durch Herrn Stadtpfarrer Georg Steiger auf dem Segelfluggelände.

Hierzu gibt es eine kleine Anekdote:

Von der Einladung der Segelflieger, doch einmal mitzufliegen, war Hochwürden nicht sonderlich be- geistert. Nach ständigem Drängen, doch einmal seine Gemeinde "von oben" zu besehen, antwortete er letztendlich: " Bevor ich mich einen Scheißkerl nennen lasse, in Gottes Namen, so steige ich eben ein".

Ein "göttlicher" Flug


Schnellstens musste nun eine Flugzeughalle gefertigt werden. Der wachsende Maschinenpark, das ständige Auf- und Abrüsten sowie der Transport der Gerätschaften des Vereins brachten diese Notwendigkeit mit sich. Durch den LVB wurden 1.500 DM als Zuschuss gewährt. Das Holz wurde als Spende von der Stadt Tirschenreuth zur Verfügung gestellt. Der Bau begann im Frühjahr nach dem Frost und endete rechtzeitig vor dem Herbst.

Die ersten Spatenstiche

Brotzeit und das gute Schels-Bier stärken die Männer.


Alles wurde in Eigenregie erstellt. Jeder Mann half mit. Viel Freizeit wurde geopfert. Aber es hat sich gelohnt.

Hebefeier

Die Halle war endlich fertig und konnte eingeweiht werden. Die Ausmaße der Halle waren für drei Segelflugzeuge konzipiert.

Das Werk ist fast vollendet.

 

Fast jeder wollte die Flugzeug-Schleppberechtigung erwerben. Am 25. und 26. Oktober 1958 wurde diese Ausbildung von Teilen auf dem ehemaligem Messerschmidtgelände in Regensburg bewältigt. Doch auch in Bruck und Burg Feuerstein wurde die F-Schleppberechtigung durch Vereinsmitglieder erworben. Das Ende der Saison 1958 erfolgte mit dem letzten Start um 17.20 bis 17.26 Uhr.

In der Saison 1959 begann ein neuer Abschnitt der Segelfliegerei in Tirschenreuth: Am 8. Mai dieses Jahres startete Karl Ziegler um 10 Uhr 14 mit dem L-Spatz, D-1245, um 3 Stunden später auf dem "Feuerstein" bei Ebermannstadt zu landen: der erste Überlandflug war gelungen.

Während Karl Ziegler auf dem Feuerstein mit Tirschenreuth telefonierte, um die Rückholung in die Wege zu leiten, sah er durch das Fenster eine Mü 13 E landen. Sie trug die Aufschrift "Der Neue Tag"! Es war Willi Venzl, dem das Verschwinden des Spatzen nach Westen nicht entgangen war und der sich sofort auf den Weg machte, es Ziegler gleichzutun. Beide hatten mit ihrem Flug die letzte Bedingung für die Silber-C erfüllt und ihr Beispiel war der Auslöser dafür, dass sich nun immer mehr Aktive auch im Überlandflug, sprich Leistungsflug versuchten. Die Erfolge ließen auch nicht lange auf sich warten!